Schweizerdeutsch Wörter — die Sätze, die man wirklich braucht
Mit Hochdeutsch liest du die Schilder; Schweizerdeutsch (Schwiizerdütsch) ist, was in Zürichs Läden und Berns Büros wirklich gesprochen wird. Dieser Sprachführer zeigt die Alltagssätze mit beiden Hauptdialekten — Zürich (Züridütsch) und Bern (Bärndütsch) — und was jeder Satz bedeutet. Jede Form stammt aus Swisslis eigenem Kursmaterial, nicht aus maschineller Übersetzung.
1. Begrüssung und Abschied
Wie Schweizer Hallo, Auf Wiedersehen und Bis-später sagen.
Jede schweizerdeutsche Form auf dieser Seite ist gegen publizierte Schweizerdeutsch-Lehrbücher geprüft, für Zürich und Bern getrennt — dieselbe Wendung unterscheidet sich oft zwischen den beiden.
| Bedeutung | Zürich (ZH) | Bern (BE) | |
|---|---|---|---|
| Hallo (formell) | Grüezi | Grüessech | Auf Zürichdeutsch sagt man "Grüezi" für "Hallo (formell)", auf Berndeutsch "Grüessech". |
| hi / hallo zusammen | Hoi / Hoi zäme | Hoi / Hoi zäme | "Hoi / Hoi zäme" heisst "hi / hallo zusammen" — in Zürich und Bern gleich. |
| guten Morgen | Guete Morge | Guete Morge | "Guete Morge" heisst "guten Morgen" — in Zürich und Bern gleich. |
| guten Tag | Guete Tag | Guete Tag | "Guete Tag" heisst "guten Tag" — in Zürich und Bern gleich. |
| guten Abend | Guete Abig | Guete-n-Abe | Auf Zürichdeutsch sagt man "Guete Abig" für "guten Abend", auf Berndeutsch "Guete-n-Abe". |
| schönen Tag | En schöne Tag | E schöne Tag | Auf Zürichdeutsch sagt man "En schöne Tag" für "schönen Tag", auf Berndeutsch "E schöne Tag". |
| auf Wiedersehen | Uf Wiederluege | Uf Widerluege | Auf Zürichdeutsch sagt man "Uf Wiederluege" für "auf Wiedersehen", auf Berndeutsch "Uf Widerluege". |
| tschüss | Tschau | Tschou | Auf Zürichdeutsch sagt man "Tschau" für "tschüss", auf Berndeutsch "Tschou". |
| bis bald | Bis bald | Bis gly | Auf Zürichdeutsch sagt man "Bis bald" für "bis bald", auf Berndeutsch "Bis gly". |
| bis später | Bis spööter | Bis später | Auf Zürichdeutsch sagt man "Bis spööter" für "bis später", auf Berndeutsch "Bis später". |
| bis morgen | Bis moorn | Bis morn | Auf Zürichdeutsch sagt man "Bis moorn" für "bis morgen", auf Berndeutsch "Bis morn". |
Wie sagt man "Guten Morgen" auf Schweizerdeutsch?
"Guten Morgen" heisst auf Schweizerdeutsch "Guete Morge" — in Zürich (Züridütsch) und in Bern (Bärndütsch) gleich. Man braucht es bis etwa zehn oder elf Uhr; danach sagt man "Guete Tag", ebenfalls in beiden Dialekten gleich. Anders als bei vielen anderen Ausdrücken gibt es hier also keinen Unterschied zwischen Zürich und Bern — der Unterschied kommt erst am Abend: "Guete Abig" in Zürich, "Guete-n-Abe" in Bern.
Wie sagt man "Guten Abend" auf Schweizerdeutsch?
"Guten Abend" heisst "Guete Abig" auf Zürichdeutsch (Züridütsch) und "Guete-n-Abe" auf Berndeutsch (Bärndütsch). Das eingeschobene "-n-" in der Berner Form ist kein Tippfehler, sondern ein Bindekonsonant, der im Berndeutsch zwischen zwei Vokalen eingesetzt wird. Wer nicht sicher ist, in welchem Dialektgebiet er gerade steht, liegt mit "Guete Abig" in der Deutschschweiz fast überall richtig.
Wie sagt man "Hallo zusammen" auf Schweizerdeutsch?
"Hallo zusammen" heisst auf Schweizerdeutsch "Hoi zäme" — in Zürich und in Bern gleich. "Hoi" allein sagt man zu einer einzelnen Person, "Hoi zäme" zu einer Gruppe. Es ist die informelle Form: unter Kolleginnen, Freunden oder im Team. Wer jemanden siezt, sagt stattdessen "Grüezi" (Zürich) beziehungsweise "Grüessech" (Bern).
Ganze Sätze zum Begrüssen und Verabschieden
Einzelne Wörter reichen im Alltag selten. Diese Sätze bestehen nur aus Formen, die weiter oben in der Tabelle stehen — links Zürichdeutsch, rechts Berndeutsch.
| Zürich (ZH) | Bern (BE) |
|---|---|
| Grüezi, wie gaht's? | Grüessech, wie geit's? |
| Guete Morge! Merci vielmal. | Guete Morge! Merci viumau. |
| Exgüsi, ich verstah nöd. | Exgüse, i verstah nid. |
| Ich verstah nöd — was chostet das? | I verstah nid — was choschtet das? |
| Merci vielmal, uf Wiederluege. | Merci viumau, uf Widerluege. |
| Guete Abig! Bis moorn. | Guete-n-Abe! Bis morn. |
2. Bitte, danke und Entschuldigung
Die alltäglichen Höflichkeitswörter — viele stammen aus dem Französischen.
| Bedeutung | Zürich (ZH) | Bern (BE) | |
|---|---|---|---|
| danke | Merci | Merci | "Merci" heisst "danke" — in Zürich und Bern gleich. |
| vielen Dank | Merci vielmal | Merci viumau | Auf Zürichdeutsch sagt man "Merci vielmal" für "vielen Dank", auf Berndeutsch "Merci viumau". |
| bitte | Bitte | Bitte | "Bitte" heisst "bitte" — in Zürich und Bern gleich. |
| gern geschehen | Gärn gscheh | Gärn gscheh | "Gärn gscheh" heisst "gern geschehen" — in Zürich und Bern gleich. |
| entschuldigung | Exgüsi | Exgüse | Auf Zürichdeutsch sagt man "Exgüsi" für "entschuldigung", auf Berndeutsch "Exgüse". |
| es tut mir leid | Es tuet mer leid | Es tuet mir leid | Auf Zürichdeutsch sagt man "Es tuet mer leid" für "es tut mir leid", auf Berndeutsch "Es tuet mir leid". |
| kein Problem | Keis Problem | Keis Problem | "Keis Problem" heisst "kein Problem" — in Zürich und Bern gleich. |
3. Sagen, dass man nicht versteht
Der nützlichste Satz für Neuankömmlinge: "Ich verstah nöd" (Zürich) / "I verstah nid" (Bern).
| Bedeutung | Zürich (ZH) | Bern (BE) | |
|---|---|---|---|
| ich verstehe nicht | Ich verstah nöd | I verstah nid | Auf Zürichdeutsch sagt man "Ich verstah nöd" für "ich verstehe nicht", auf Berndeutsch "I verstah nid". |
| ich verstehe | Ich verstah | I verstah | Auf Zürichdeutsch sagt man "Ich verstah" für "ich verstehe", auf Berndeutsch "I verstah". |
| ich weiss nicht | Ich weiss nöd | I weiss nid | Auf Zürichdeutsch sagt man "Ich weiss nöd" für "ich weiss nicht", auf Berndeutsch "I weiss nid". |
| wie geht's? | Wie gaht's | Wie geit's | Auf Zürichdeutsch sagt man "Wie gaht's" für "wie geht's?", auf Berndeutsch "Wie geit's". |
| mir geht's gut | Mir gaht's guet | Mir geit's guet | Auf Zürichdeutsch sagt man "Mir gaht's guet" für "mir geht's gut", auf Berndeutsch "Mir geit's guet". |
| ich möchte | Ich wett | I wett | Auf Zürichdeutsch sagt man "Ich wett" für "ich möchte", auf Berndeutsch "I wett". |
| was kostet das? | Was chostet das | Was choschtet das | Auf Zürichdeutsch sagt man "Was chostet das" für "was kostet das?", auf Berndeutsch "Was choschtet das". |
| wo ist | Wo isch | Wo isch | "Wo isch" heisst "wo ist" — in Zürich und Bern gleich. |
Was heisst "Ich verstah nöd"?
"Ich verstah nöd" heisst "Ich verstehe nicht". Das ist die Zürcher Form (Züridütsch); auf Berndeutsch (Bärndütsch) sagt man "I verstah nid". Swissli bringt dir beide Dialektformen bei, damit du den Satz in jedem Kanton erkennst.
Einheimische sagen es schnell, oft klingt es wie ein einziges Wort. Nutze es, um jemanden zu bitten, langsamer zu sprechen oder etwas zu wiederholen — nicht als Signal, auf Englisch zu wechseln. Die ganze Alltagsliste unten zeigt die Zürcher und Berner Form von jedem Satz.
4. Wie geht's und Small Talk
"Wie gaht's" in Zürich, "Wie geit's" in Bern — die genauen Formen und Antworten stehen in der Tabelle oben.
5. Zahlen eins bis sieben
Kleine Unterschiede, die du an der Kasse, beim Arzt oder beim Zählen hörst.
| Bedeutung | Zürich (ZH) | Bern (BE) | |
|---|---|---|---|
| eins | eis | eis | "eis" heisst "eins" — in Zürich und Bern gleich. |
| zwei | zwei | zwöi | Auf Zürichdeutsch sagt man "zwei" für "zwei", auf Berndeutsch "zwöi". |
| drei | drü | drü | "drü" heisst "drei" — in Zürich und Bern gleich. |
| vier | vier | vier | "vier" heisst "vier" — in Zürich und Bern gleich. |
| fünf | foif | füf | Auf Zürichdeutsch sagt man "foif" für "fünf", auf Berndeutsch "füf". |
| sechs | sächs | sächs | "sächs" heisst "sechs" — in Zürich und Bern gleich. |
| sieben | siebe | sibe | Auf Zürichdeutsch sagt man "siebe" für "sieben", auf Berndeutsch "sibe". |
Häufige Fragen
Ist "Ich verstah nöd" höflich genug für Fremde?
"Ich verstah nöd" heisst "Ich verstehe nicht". Das ist die Zürcher Form (Züridütsch); auf Berndeutsch (Bärndütsch) sagt man "I verstah nid". Swissli bringt dir beide Dialektformen bei, damit du den Satz in jedem Kanton erkennst.
Ist Schweizerdeutsch überall gleich?
Nein. Schweizerdeutsch ist eine Gruppe von Dialekten, keine einzelne Sprache. In Swissli begegnest du Zürichdeutsch (Züridütsch) und Berndeutsch (Bärndütsch). Vieles ist gleich, manches nicht — "nicht" ist in Zürich "nöd", in Bern "nid", und "wie geht's" ist "Wie gaht's" in Zürich, aber "Wie geit's" in Bern.
Wird Schweizerdeutsch geschrieben?
Im Alltag selten — Schweizer schreiben Hochdeutsch und sprechen Dialekt. Wenn Schweizerdeutsch geschrieben wird, gibt es keine offizielle Rechtschreibung; Swissli nutzt die etablierte Dieth-Schreibung, damit die Formen einheitlich und lesbar bleiben.
Welchen Dialekt soll ich zuerst lernen?
Den Dialekt deines Wohnorts. In Zürich und der Nordostschweiz Züridütsch, in Bern und im Mittelland Bärndütsch. Die Grammatik ist nah genug, dass ein späterer Wechsel leichtfällt.
Lerne diese Sätze mit Swissli
Swissli bringt dir diese Sätze mit Audio bei — in Zürich- und Berndeutsch. Jetzt herunterladen.